Mit dem Fahrrad zur Energie der Zukunft
Wind, Regenwolken und kalte Luft – eigentlich kein typisches Wetter für eine Fahrradtour. Doch genau an diesem Morgen machten sich die Viertklässler voller Neugier auf den Weg zum Energiehof in Stränge. Denn manchmal beginnt das spannendste Lernen genau dort, wo Unterricht lebendig wird.
Im Sachunterricht beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit dem Thema „Erneuerbare Energien“. Schnell wurde den Kindern klar: Strom kommt nicht einfach „aus der Steckdose“. Aber wie entsteht eigentlich Energie? Was passiert in einer Biogasanlage? Und warum ist erneuerbare Energie so wichtig für unsere Zukunft?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, nahmen wir Kontakt mit dem Juniorchef des Energiehofs, Niklas Rohlfs, auf. Freundlich und mit großer Begeisterung erklärte er sich bereit, unsere Klasse zu empfangen und den Kindern zu zeigen, wie der Weg der Bioenergie beginnt – und wie daraus schließlich Strom und Wärme entstehen.
Trotz des kühlen Wetters ließen sich die motivierten Viertklässler nicht aufhalten. Eine der größten Biogasanlagen der Region liegt schließlich ganz in der Nähe unserer Schule. Der Weg führte uns sogar durch das Moor, wo wir am Himmel kreisende Bussarde beobachten konnten. Dort gäbe es eigentlich noch viel mehr Natur zu entdecken – doch an diesem Tag stand die Energie im Mittelpunkt unserer Exkursion.

Kaum hatte sich Niklas vorgestellt, prasselten schon die ersten Fragen auf ihn ein. Die Kinder hatten sich bereits im Unterricht intensiv mit dem Thema beschäftigt und wollten nun endlich mit eigenen Augen sehen, wie eine Biogasanlage funktioniert. Besonders beeindruckend war für die Schüler, wie anschaulich und verständlich Niklas erklärte. Mit vielen Beispielen und Vergleichen machte er deutlich, welche gewaltigen Mengen an Energie wir täglich benötigen – oft ohne darüber nachzudenken.
Die Kinder erfuhren, dass bei der Stromproduktion gleichzeitig auch viel Wärme entsteht, die ebenfalls genutzt wird. Gerade an diesem kalten Tag konnten wir das direkt spüren, als wir uns bei den großen Motoren in den warmen Hallen aufwärmten. Besonders spannend war für die Kinder auch die Erkenntnis, dass sogar unsere Schule in den Wintermonaten durch die Biogasanlage mit Wärme versorgt wird.
Natürlich faszinierten die riesigen Maschinen und Traktoren die Kinder ganz besonders. Schnell kam die Frage auf: „Darf man hier auch mal Trecker fahren?“ Mit einem Lächeln
erklärte Niklas, dass diese großen Fahrzeuge gebraucht werden, um die Anlage ständig „zu füttern“. Denn – so sagte er – eine Biogasanlage funktioniere ähnlich wie unser Körper: Sie brauche jeden Tag Nahrung, um arbeiten zu können. Sofort erinnerten sich die Kinder an die Videos aus dem Unterricht, in denen die Entstehung von Biogas sogar mit dem „Pupsen einer Kuh“ verglichen wurde. Das sorgte natürlich für großes Gelächter – machte den biologischen Prozess aber gleichzeitig sehr verständlich.
Mit großem Interesse beobachteten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Geräte, Rohre und Computeranlagen. Besonders beeindruckend fanden sie die Bildschirme, auf denen man die gesamte Anlage überwachen und sogar Störungen erkennen kann. Für viele Kinder wurde an diesem Tag deutlich, dass Energie überall in unserem Alltag steckt: Nicht nur Licht und Heizung funktionieren damit – auch Computer, Handys und Spielekonsolen würden ohne Strom nicht laufen.

Solche Erfahrungen sind für Kinder besonders wertvoll, denn nachhaltiges Lernen entsteht vor allem dort, wo Wissen mit echten Erlebnissen verbunden wird. Wenn Kinder Dinge sehen, hören, anfassen und selbst erleben können, bleiben Inhalte viel länger im Gedächtnis. Lernen außerhalb des Klassenzimmers ist deshalb nicht nur informativer, sondern oft auch motivierender und lebendiger.
Gerade für die junge Generation ist das Thema erneuerbare Energien von großer Bedeutung. Die Kinder von heute werden die Entscheidungen von morgen treffen. Deshalb ist es wichtig, dass sie schon früh verstehen, wie Energie entsteht, warum nachhaltiges Denken notwendig ist und welche Verantwortung wir alle für unsere Umwelt tragen. Biogas, Windkraft oder Solarenergie sind nicht nur technische Themen – sie betreffen unsere Zukunft, unser Klima und das Leben kommender Generationen.
Auch wenn die Zeit viel zu schnell verging und das kalte Wetter uns schließlich zurück Richtung Schule trieb, war die Begeisterung der Kinder deutlich spürbar. Einige fragten bereits auf der Rückfahrt, ob wir im Sommer noch einmal wiederkommen könnten.
Wir bedanken uns herzlich bei Niklas Rohlfs für die spannende Führung, die kindgerechten Erklärungen und die Möglichkeit, erneuerbare Energie hautnah zu erleben. Für unsere Schüler war dieser Tag nicht nur eine Fahrradtour – sondern ein Blick in die Zukunft.